Autor, Coach, Consultant, CISO

Kategorie: Awareness (Seite 1 von 2)

Katzenfutterautomat filmt Privatsphäre

Videoaufnahmen einer 23 jährige Frau auf Instagram veröffentlicht.

Am 19.11.2022 erstattete eine junge Frau Strafanzeige. Ein Unbekannter hat über Ihren Katzenfutterautomat Video- und Tonaufnahmen angefertigt und diese in sozialen Netzwerken veröffentlicht.

In Anbetracht schlecht geschützter IoT-Geräte* ist es verwunderlich, dass sich derzeit die Anzahl derartiger Angriffe noch in Grenzen hält. Doch dies wird sich Experten zufolge, in den nächsten Jahren ändern.

In Privathaushalten befinden sich immer mehr Geräte mit Kamera und Mikrofon. Doch auch in Unternehmen sind sie installiert. Häufig von Haustechnikern, welche mit Aspekten der Informationssicherheit nicht vertraut sind. Manche Hersteller verbauen in ihrer Technik Mikrofone, ohne dass dies den Käufern bewusst ist. So passiert, bei einer schaltbaren Steckdose des Herstellers AVM. Dieser ermöglichte sich, zukünftig durch ein Update in den Steckdosen eine Sprachsteuerung zu aktivieren.

Bei IoT-Geräten in Privathaushalten werden meist keine Sicherheitsupdates eingespielt, aber auch in Unternehmen sieht es häufig nicht besser aus. Entweder hat man es schlicht nicht im Blick oder der Hersteller stellt erst gar keine Updates zur Verfügung.

Die EU debattiert bereits seit Jahren über Herstellervorgaben. Leider bisher ohne Konsequenzen. Es ist dringend geboten Hersteller zu verpflichten Sicherheitslücken in ihren Geräten zu identifizieren, Updates zur Verfügung zu stellen und eine Standardfunktion zur automatischen Aktualisierung ihrer Geräte zu etablieren. Die Updatestrategie muss die komplette typische Lebensdauer der Geräte abdecken. Denn wer möchte schon WLAN-fähige Waschmaschinen und Kühlschränke nach drei Jahren austauschen, weil es keine Sicherheitsupdates mehr gibt?

Fazit:

  • Privatpersonen sollten beim Kauf internetfähiger Geräte den Verkäufer nach der Updatestrategie des Herstellers fragen.
  • Unternehmen sollten darauf achten, ihre IoT in das Managementsystem der Informationssicherheit einzubinden und die Haustechniker zu sensibilisieren.
  • Grundsätzlich gilt: Risiko minimieren. Unnötige Funktionen ausschalten. Geräte so platzieren, dass im Falle einer Übernahme durch Dritte ein potenzieller Schaden möglichst gering bleibt.

*IoT – Internet of Things

45 Prozent der Unternehmen sehen durch Cyberattacken ihre geschäftliche Existenz bedroht

Eine Untersuchung des Digitalverbandes BITKOM zu den Themen Datendiebstahl, Spionage und Sabotage liefert detaillierte Insights zum Thema Cyberkriminalität – und zeigt deutlich, wie groß die Bedrohung durch Hackerangriffe im Jahr 2022 in Deutschland ist. Zwar ist der jährliche Schaden, der durch Diebstahl von IT-Ausrüstung, Daten etc. entstanden ist, mit rund 203 Mio. Euro etwas niedriger als im Vorjahr. Langfristig aber steigt die Schadenshöhe an.

Klar wird ebenso: Cyberkriminalität entwickelt sich immer mehr in Richtung Organisierte Kriminalität. Bei 51 Prozent der betroffenen Unternehmen kamen laut Studie Attacken aus diesem Umfeld. Angreifer gehen immer professioneller vor, vernetzten sich und tauschen sich miteinander aus. Eine weitere Erkenntnis: Staatliche Akteure werden immer relevanter, so sind die Angriffe aus Russland und China deutlich angestiegen. Damit nimmt auch die Gefahr von Angriffen mit gesellschaftsrelevanten Folgen zu, etwa Cyberattacken auf Unternehmen der kritischen Infrastruktur wie Energiedienstleister, Wasserwerke etc.

Was die Untersuchung ebenso zeigt, ist, dass Cyberkriminalität heute für nahezu jedes Unternehmen eine Herausforderung darstellt. Wenn 84 Prozent der Unternehmen im vergangenen Jahr Opfer einer Hackerattacke waren, lautet die Frage nicht mehr „ob“, sondern „wann“ die nächste Cyberattacke erfolgt. Besonders bedrohlich: 45 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass Cyberattacken ihre geschäftliche Existenz bedrohen würden.

Hier heißt es klar und deutlich: Es ist Zeit, zu handeln! Cybersicherheit muss in jeder Digitalstrategie, in jedem Digitalisierungsprojekt einen festen Platz haben! Erfreulicherweise merken wir, wie Politik und Wirtschaft die Digitalisierung insbesondere seit Beginn der Corona-Pandemie vorantreiben, allerdings bieten sich Hackern hierdurch immer neue Angriffsflächen. Um sich gegen Hackerangriffe zu wappnen müssen Unternehmen den Schutz von IT und OT ausbauen. Hierfür von Nöten sind aufeinander abgestimmte Maßnahmen, die Daten, Kommunikationswege und Netzwerke schützen und das Sicherheitsbewusstsein von Mitarbeitenden steigern.

Log4J – Angreifern wird es leicht gemacht

Die Hälfte der deutschen Unternehmen haben ihre Software nicht auf die Log4J Sicherheitslücke überprüft.

Für viele CISO im Lande war es ein anstrengendes Wochenende, als das BSI die Warnstufe zu Log4J aufgrund einer „extrem kritischen Bedrohungslage“, schrittweise auf Rot setze. Mal wieder schaffte es eine Sicherheitslücke in die Tagesschau.

Doch leider zeigt eine Umfrage des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), dass nur 40 Prozent der mittelständischen Unternehmen ihre Software auf die Lücke überprüft haben. Die Zahl derer, die untersuchten ob bereits Schadsoftware eingedrungen sei, liegt bei 28 Prozent. Jedes zweite Unternehmen gab an, weder Software auf die Lücke, noch Systeme auf eingedrungene Schadsoftware überprüft zu haben.

Dies lässt darauf schließen, dass die Hälfte der deutschen mittelständischen Unternehmen zu wenig Know-how und/oder eine zu hohe Sorglosigkeit in der Informationssicherheit an den Tag legt. Laut GDV kann dies dazu führen, dass im Schadensfall ein Unternehmen seinen Versicherungsschutz, auf Grund grober Fahrlässigkeit verliert.

Wer seine Hausaufgaben gemacht hat und ein Verzeichnis eingesetzter Software und Geräte besitzt, kann diese schnell mit einer Liste des BSI gegen checken und so prüfen, ob Aktualisierungen notwendig wären. Wer keinen Überblick über die eingesetzte IT besitzt, zum Beispiel auf Grund einer umfassenden Schatten-IT, spielt mit dem Feuer. Hier stellt sich nicht die Frage ob, sondern wann das Unternehmen Opfer eines Cyber-Security-Vorfalls wird.

Kommentar: Kein Hackback – Eine generelle Ablehnung ist falsch

„Hackbacks lehnen wir als Mittel der Cyberabwehr grundsätzlich ab“, schreibt die Bundesregierung im Koalitionsvertrag. Doch bis zu welcher Stufe sollte es erlaubt sein?

Über Hackbacks, also über das zurückschlagen bei einem Cyberangriff, wird angeregt diskutiert. Von Gegnern, insbesondere in der Bundesregierung wird der Hackback meist pauschal abgelehnt. Der Hackback kennt jedoch verschiedene Stufen.

Ein Hackback zur Verteidigung kann eine angreifende Infrastruktur ausschalten, um einen laufenden Angriff zu beenden und Schaden zu vermeiden. Ein Verbot dieser Art von Hackbacks ist vergleichbar mit einem Antiterrorkommando, welches sich duckt und schützt, den Amokläufer jedoch nicht gefechtsunfähig setzen darf.

Ein Hackback ist jedoch keine sinnvolle Vergeltung im Nachgang eines erfolgten Angriffes. Hier ist das Eskalationspotential und somit die Gefahr eines globalen Cyberkrieges zu hoch.

Kommentar, Autor: Anselm Rohrer

Was bedeutet der Ukraine-Konflikt für die CISO in Deutschland?

Leider eskaliert am heutigen „schmutzigen Donnerstag“ ein schmutziger Krieg in der Ukraine. Bereits in den letzten Tagen wurde von Cyberangriffen auf die Ukraine, aber auch auf die Verbündeten berichtet. Nun hat die EU beschlossen, Experten aus dem Cyber Rapid Response Team (CRRT) zur Unterstützung der Ukraine bereitzustellen.

Das Team soll beim Schutz staatlicher und kritischer Infrastrukturen in der Ukraine helfen und setzt sich aus etwa 10 Experten aus Kroatien, Estland, Lettland, Niederlanden, Polen und Rumänien zusammen.

Vor diesem Hintergrund ist auch in Deutschland mit weiteren Angriffen, insbesondere aus Russland zu rechnen. Ziele dürfen nicht nur kritische Infrastrukturen sein, sondern alles, was sich leicht angreifen lässt und öffentlichkeitswirksam ist. Darunter fallen viele Unternehmen des deutschen Mittelstandes.

Somit sollten alle Verantwortlichen für die Informationssicherheit in Unternehmen und Behörden derzeit mit erhöhter Aufmerksamkeit auf solche Angriffe achten und die eigene Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit gegen derartige Angriffe kritisch prüfen.

Gefährliche QR-Codes

QR-Codes gibt es schon lange, doch seit der Corona-Pandemie hat sich deren Nutzung massiv verbreitet. So verwundert es auch nicht, dass die Anzahl der Angriffe über QR-Codes massiv gestiegen ist.

Sicherheitsbeauftragte sollten ihre Kollegen diesbezüglich sensibilisieren, um deren Awareness zu steigern:

  • Bei gedruckten QR-Codes prüfen, ob diese überklebt wurden.
  • Öffnet sich über den QR-Code tatsächlich die erwartete Seite?
  • Auf einer über einen QR-Code aufgerufenen Seite keine sensiblen Daten eingeben oder Zahlungen veranlassen.
  • Apps in offiziellen Stores suchen und herunterladen und nicht über QR-Codes.
  • Die meisten Smartphones-Kameras unterstützen bereits die Erkennung von QR-Codes. Hier möglichst keine App eines Drittanbieters nutzen.
  • Vorsicht bei QR-Codes, die per E-Mail kommen.

Zur Sensibilisierung bieten sich Werkzeuge wie bspw. Layer8 an. Hierüber kann auch nachvollzogen werden, ob die Kollegen die Warnungen annehmen, was im Falle eines zertifizierten ISMS auch den Auditor freut.

Sicherheitsvorfall – was nun?

Ein falscher Klick und Ransomware verschlüsselt Daten und Systeme. Ein Albtraum für IT-Abteilung und Geschäftsführung. Die Frequenz der Einschläge erhöht sich stetig. Sind Sie auf den Ernstfall vorbereitet?

Wieder einmal freute ich mich über eine Einladung ins BISG-Studio. Diesmal diskutierten wir über die Vorbereitung auf den Ernstfall und die Steigerung der Resilienz.

Die Wahl zum informativsten Vortrag auf der TechDay 2021 hat gewonnen: Anselm Rohrer

Vielen Dank an alle Teilnehmenden des TechDay 2021, die meinen Vortrag zum informativsten Vortrag der gesamten Veranstaltung gewählt haben.

Wer mehr über die von mir erwähnten Allgeier-Produkte erfahren möchte, kann sich gerne über die sozialen Medien oder direkt per Mail an mich wenden.

  • Layer8 – Awareness-Training & Phishing Test
  • allCYRIS – Externer Schwachstellenscan mit Deep Scan im Darknet nach Leaks
  • SCUDOS – NAC und interner Schwachstellenscan
  • julia Mailoffice – Sichere Kommunikation und automatisierte kryptographische Signatur
  • Incident Response – Workshops und Notfallhotline
  • DocSetMinder – Steuerung von Managementsystemen (insb. ISO 27001, ISO 9001, IKS uvm.)
  • Coaching, Akademie und Beratung

Der TechDay ist eine Veranstaltung der anyplace IT GmbH und zeigt Lösungen rund um die mobile Security.

Der Ärger mit der Awareness

Hoher Aufwand, geringer Nutzen, Effekte nicht messbar. Muss das sein?

Holger Vier hat mich wieder ins Studio des BISG eingeladen. Diesmal drehte sich das Interview rund um die Awareness. Im Vordergrund standen die Wirtschaftlichkeit der Mitarbeitersensibilisierung sowie die Vorgehensweise.

Viel Spaß beim Video. Rückfragen gerne über die Social Media Kanäle.

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